Brauchen wir neue Pflanzen?


Die Kolumne „In meinem Garten“ erscheint seit August 2018 sechsmal im Jahr im Magazin Im Garten. Sie erhalten das Magazin kostenlos in vielen Raiffeisenmärkten, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Gartenfachmärkten.


Beim Besuch von Gärtnereien betreibe ich gerne etwas „Marktforschung“ und schnappe auf, was so im Trend liegt. Im Frühjahr gab es zwei wichtige Themen und diese gerne in Kombination: welche Pflanzen sind geeignet für den Klimawandel und mindestens bienentauglich. Die Sorge um Bienen und das Klima haben das Bedürfnis nach Sichtschutz in den Trendthemen auf die Plätze verwiesen. Ähnlich erging es Pflanzen, die wenig Dreck verursachen und der Blütenfarbe Gelb.

Das sind doch erfreuliche Nachrichten! Das Bewusstsein für die Natur wächst, Bienen gewinnen politischen Einfluss und die oft gescholtene Jugend demonstriert auch in den Ferien weiter.
Und wie halten wir es nun im eignen Garten mit dem sich verändernden Klima? Es wäre zu kurz gedacht, nun nur noch Pflanzen zu verwenden, die mit langen Trockenzeiten und Hitze gut zurechtkommen. Viele Regionen dürften besonders im Winter eher feuchter werden. Nach warmen Wintern schlagen an vielen Orten dann die Spätfröste zu. Und nach langen Hitzeperioden folgen Starkregenereignisse. Das Wetter wird extremer und ungleichmäßiger. Immerhin können wir dem Problem der Trockenheit mit Wässern begegnen und viele Pflanzen so im Garten halten, die ohne dieses Privileg kaum überlebt hätten.

CityTrop (Buchcover)
Jonas Reif: CityTrop (Buchcover)

In der Nähe von Gebäuden favorisieren viele Gärtner sogar Pflanzen mit hohem Wasserverbrauch, weil sich durch deren Verdunstung das lokale Klima deutlich verbessern lässt. Hierzu empfehle ich das Buch City-Trop von Jonas Reif über das Gärtnern auf und neben Gebäuden und in der Stadt. Sein Ansatz, hier eher tropische Pflanzen zu verwenden, irritiert auf den ersten Blick, aber nur bis sich der Blickwinkel erschließt.