Endlich Ruhe?


Die Kolumne „In meinem Garten“ erscheint seit August 2018 sechsmal im Jahr im Magazin Im Garten. Sie erhalten das Magazin kostenlos in vielen Raiffeisenmärkten, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Gartenfachmärkten.


Will man dem Garten und seinen Bewohnern einen Gefallen tun, lässt man die Gartenarbeit bereits im Herbst ruhen. Gut, Dahlien wintert man ein, ebenso das Werkzeug. Empfindliche Gehölze oder Stauden bekommen einen Schutz. Zwiebeln werden rechtzeitig gesetzt, bevor der Boden vom Frost hart wird. Aber spätestens, wenn wir mit dem Rechen das Laub vom Rasen in die Beete verbracht haben, braucht uns der Garten nicht mehr. Gartentätigkeiten beginnen frühestens wieder, wenn vor dem Austrieb der Frühlingsblüher die Stauden und Gräser zurückgeschnitten werden. Bis dahin genießen wir das Bild, dass sich im Winter vom Garten zeigt. Wer mag, macht bei Sonnenauf- oder Untergang ein paar Fotos von den stehengebliebenen Samenständen mit Raureif. Ihre Pracht erinnert uns daran, mit dem Rückschnitt auch zukünftig möglichst lange zu warten.
Es bleibt nun viel Freizeit zum Lesen schöner Gartenbücher. Meine liebste Tätigkeit im Winter sind aber Spaziergänge durch Gärten und Parks. Das hat zwei Gründe: Im Winter ist es dort eher ruhig, weil kaum Besucher dorthin finden. Viel wichtiger ist aber, dass nun nur noch die nackten Strukturen und Räume wirken. Das Bild reduziert sich auf das Wesentliche, das Gelände, die Wegeführung und Gehölze. Die Farben werden unbunter und die eigentliche Landschaftsplanung eines Parks triff zutage. Bei schönem Wetter ist das herrlich!
Bei Schmuddelwetter empfehle ich „Latein für Gärtner“ von Lorraine Harrison, erschienen bei Dumont. Latein war nie mein Fach. Aber heute hilft mir die botanische Benennung dabei, die Bedeutung einer Pflanze zu verstehen, mal ihre Herkunft, mal ihre Erscheinung und mal ihre medizinische Wirkung.

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