Freitags im Garten


Die Kolumne „In meinem Garten“ erscheint seit August 2018 sechsmal im Jahr im Magazin Im Garten. Sie erhalten das Magazin kostenlos in vielen Raiffeisenmärkten, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Gartenfachmärkten.


Neulich fuhr ich an einem Kreisverkehr entlang, den ich bereits seit zwei Jahren beobachte. Zum einen liebe ich ihn, da dort Gehölze, Stauden, Gräser und Zwiebeln gepflanzt wurden. Darüber liegt ein mineralischer Mulch, der die Verdunstung herabsetzt und gegen Verkrautung hilft. Da der Kreisel den letzten trockenen Sommer kaum gewässert wurde, überlebten nur wenige der Beetstauden. Also wurde er mit neuen Stauden bepflanzt. Ein genauer Blick zeigt: es kamen nun Stauden zum Einsatz, die mit Trockenheitsstress gut umgehen können. Sie erkennen solche Pflanzen an ihrer reflektierenden Oberfläche, an zahlreichen Haaren oder einer ledrigen Haut, welche die Verdunstung herabsetzen und an Speicherorganen, die Teile der Pflanzen dicklich, fett erscheinen lassen. Es ist eine Wette auf das Wetter der nächsten Jahre. Bleibt es so trocken und heiß, dürfte sich diese Pflanzung ganz gut entwickeln. Und was ist, wenn die verregneten Sommer an den Niederrhein zurückkehren?

Der Boden unter dem Splitt ist verdichtet und nährstoffreich, entspricht damit nicht den Bedürfnissen dieser trockenheitsverträglichen Stauden, deren ausgewachsene Wurzeln teilweise metertief in Felsspalten vordringen können, um dort nach Wasser und Nahrung zu suchen. In dem fetten Boden kümmern die Wurzeln nun. Ein paar Tage Regennässe können reichen, um sie quasi ersticken zu lassen. Überleben sie es, werden sie nun von den konkurrenzstarken Pflanzen verdrängt, die im nährstoffreichen Boden dank des Regens so richtig loslegen. Wie man trockenheitstolerante Beete richtig anlegt, beschreibt die Gartengestalterin Annette Lepple in Ihrem Buch Genießen statt Gießen, dass auch durch ihre Fotografie besticht.