Warum Pflanzplanung? (Teil 2): Beetaufstellung

In Teil 1 ging es um Sammelgärten, die durch regelmäßige Besuche in Gärtnereien zusammengetragen wurden. Hierbei bereits von Gartenplanung zu sprechen wäre etwas verwegen. Natürlich lässt sich die Gartenentstehung noch optimieren. Suchen Sie einfach dort, wo Sie bisher eher spontan ihre Pflanzen einkaufen, einmal das Gespräch mit dem Fachpersonal. Bestimmt wird es Ihnen bei der Zusammenstellung ihrer Beete gerne helfen. Vielleicht haben Sie direkt eine Google-Karte dabei, um Lage und Größe des Beetes zu verdeutlichen. Hilfreich sind auch ein paar Handyfotos, möglichst vor-, nach- und mittags, damit sich die Lichtsituation gut einschätzen lässt. Bitte zählen Sie beim Beratungsgespräch möglichst sämtliche Pflanzen auf, die dort gedeihen oder – was noch viel wichtiger ist – bereits eingegangen sind. Das sind alles wertvolle Informationen, damit die Profis Ihren Gartenstandort optimal einschätzen können. Eher am Rande interessant sind Informationen, von wem Sie die Pflanze einmal gekauft oder geschenkt bekommen haben. Sehr hilfreich hingegen ist es, alle Vorlieben (Ballhortensie ‚Annabelle‘) und auch was Sie gar nicht mögen (Hyazinthenduft und Gelb!) mitzuteilen, ebenso alle Ideen zur Gestaltung, wie zum Beispiel: „Die Großen kommen nach hinten, die Kleinen nach vorne!“ – Sie haben es längst bemerkt! Ich übertreibe.


Die Kolumne „In meinem Garten“ erscheint seit August 2018 sechsmal im Jahr im Magazin Im Garten. Sie erhalten das Magazin kostenlos in vielen Raiffeisenmärkten, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Gartenfachmärkten.


Tatsächlich erlebe ich es in Gärtnereien immer häufiger, dass die Frage nach Unterstützung bei der Beetgestaltung in einer Aufstellung vor Ort mündet. Nach ein paar gezielten Fragen wird mit einer Schnur die Größe des Beetes skizziert und die passenden Leit-, Begleit- und Füllstauden darin aufgestellt. Am Rande gibt’s dann noch die Schleppenstauden. Das funktioniert oft sehr gut bei unproblematischen Situationen und kleinen Beeten. Bei einigen Staudengärtnereien kann es sogar sinnvoll sein, einen Termin für eine „Beetaufstellung“ zu vereinbaren. Vergessen Sie dann bitte nicht ein Foto zu machen oder noch besser eine Skizze, damit zuhause alle Pflanzen an die richtige Stelle gelangen. Sollte dieser Service tatsächlich noch kostenlos sein, steht es Ihnen natürlich frei, ein ordentliches Trinkgeld in die Kaffeekasse zu stecken.

Stauden in Garten und Natur von Roger Phillips und Martyn Rix
Stauden in Garten und Natur

Wenn Sie sich einmal intensiver mit Gartenstauden beschäftigen möchten, empfehle ich „Stauden in Garten und Natur“ von Roger Phillips u. Martyn Rix. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, da es die Familien von 2.500 Staudenarten und -Sorten nicht in alphabetischer Reihenfolge vorstellt, sondern nach ihrer Blüte im Jahresverlauf sortiert. Ein Register erleichtert die Suche nach deutschen und botanischen Namen. Die Beschreibung der einzelnen Arten umfasst nicht nur Eigenschaften, Besonderheiten und ihre typische Gartenverwendung, sondern zeigt die Stauden oft auch am Naturstandort. Das hilft sehr dabei, die Bedürfnisse einer Art besser zu verstehen. Leider ist das Buch seit Jahren vergriffen, taucht aber immer wieder in Antiquariaten auf.