Das ist auch mein Garten

Als ich neulich unangemeldet einen befreundeten Garten besuchte, stellte ich entsetzt fest, dass sämtliche Stauden und Gräser bereits runter geschnitten waren. Es war erst Ende Dezember, also noch lange hin bis zur Schneeglöckchenblüte Mitte Februar. Wie kann man sich nur um die herrlichen Bilder vom Raureif auf den Samenständen der Stauden und Gräser bringen?


Die Kolumne „In meinem Garten“ erscheint seit August 2018 sechsmal im Jahr im Magazin Im Garten. Sie erhalten das Magazin kostenlos in vielen Raiffeisenmärkten, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Gartenfachmärkten.


Ich habe viel Verständnis dafür, wenn nach der Blüte nicht mehr so attraktive Stauden geschnitten werden. Einige Astern oder so mancher Phlox sind im Winter wirklich nicht mehr ansehnlich. Da greife sogar ich zur Schere. Aber wer schneidet Bergenien, Eisenkraut, Gräser, Brandkraut oder Purpursonnenhut zurück? Nachdem ich mich beruhigt hatte, traf ich auf den Hausherren, der selbst etwas entsetzt über das Bild der Beete war. Seine Gattin hatte nicht nur einen Rückschnitt vorgenommen, es war auch alles aus den Beeten herausgeräumt worden. Der Boden zwischen den Stauden trat völlig ungeschützt hervor. Tatsächlich gibt es immer noch viele Menschen, die ihren Garten im Winter nur völlig aufgeräumt ertragen. Da muss alles, was geräumt werden kann, tatsächlich beseitigt werden. Kein Blatt, kein Laub darf in den Beeten verbleiben. Humus und Kleingetier sind vielen Zeitgenossen einfach egal. Auf meine Frage an seine Gattin, die auch ich sehr schätze, wie sie diese Aktion begründet, kam nur die Antwort: Das ist auch mein Garten!
Da waren wir, wie man hier so schön sagt: Uutjekallt.

„Meine Welt der Stauden“ von Christian Kreß

Heute möchte ich Ihnen das Gartenbuch eines von mir sehr geschätzten Staudengärtners empfehlen: „Meine Welt der Stauden“ von Christian Kreß, der in Gartenkreisen auch als Sarastro bekannt ist, beleuchtet das Thema Stauden aus vielen Perspektiven. Das Buch handelt von der Anlage der Beete, von ihrer Pflege und den Veränderungen im jahreszeitlichen Verlauf. Ganz besonders widmet es sich den speziellen Tugenden der Stauden und Gräser. Ich mag seine begeisternde Art, wenn er aus dem Nähkästchen der Staudenverwendung berichtet. So steht auch sein E-Mail-Newsletter seit vielen Jahren auf meiner Empfehlungsliste.