Mulchen mit Stauden – Es muss nicht immer Rindenmulch sein

Es gibt ein paar gute Gründe, warum Beete gemulcht werden. Neben der Verhinderung von Ver(un)krautung und dem Halten von Bodenfeuchtigkeit spielt oft auch der dekorative Aspekt eine Rolle. Zugegeben, Splitt, Pinienrinde und selbst Rindenmulch und Kalksteinschotter bilden in neuen Pflanzungen eine zumeist angenehme Textur. Wenn man dann noch die spezifischen Anforderungen (PH-Wert, Nährstoffeintrag und Kalkgehalt) der Pflanzen beachtet, können solche Pflanzungen langlebig und pflegeextensiv werden.

Im Garten Alst favorisieren wir eine eher seltene Form des Mulchs, nämlich den Staudenrückschnitt selbst. Mit Ausnahme von einigen Spezialisten, die keinen Mulch oder weitere Nährstoffe vertragen oder extrem schneckenanfällig sind, werden sämtliche Stauden an Ort und Stelle mit einer Felco 2(!) klein geschnitten und damit der Boden gemulcht. Um einige Sorten zu schützen werden bei diesen vorab die Samenstände entfernt.

Diese Methode setzen wir seit 5 Jahren konsequent ein und können so auf zusätzliche Nährstoffgaben (außer Brennnessel-Jauche und Kompost) weitestgehend verzichten. Der einzige Nachteil ist die etwas wüste Optik nach dem Rückschnitt im Frühjahr. Verluste, die auf diese Art zu mulchen zurückzuführen wären, konnten wir noch nicht beobachten. An schlecht drainierten Stellen wird der Mulch gelegentlich gelockert, damit sich kein Schimmel bilden kann.

Hier ein paar Beispiele nach dem Motto, es muss nicht immer Rindenmulch sein.

Nachtrag: Zur Entlastung der Felco 2 (und meiner rechten Hand) ist die Anschaffung eines vernünftigen Schredders geplant.

Update: Statt eines Schredders kam Anfang April 2013 (Bodenfrost) eine Motorsense zum Einsatz. Diese zeigte allerdings – trotz frischer Messer – gewisse Schwächen bei Helianthus salicifolius, Napaea dioica und einigen hohen Gräsern. Das Coppicing der Gehölze erledigte eine bewährte Felco 2. Gut 4.000 qm Beetfläche dauerten mit dieser Methode keine 6 Stunden.